Vitamin K2
Alle drei Phasen enthalten 70 µg Vitamin K2 als Menachinon (93 % NRV).
Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das vor allem für seine Rolle bei der Blutgerinnung bekannt ist. Es aktiviert zudem eine kleine Gruppe von Proteinen, die entscheiden, wo Calcium in deinem Körper landet. Zwei davon sind für Frauen besonders wichtig: Osteocalcin zieht Calcium in den Knochen, Matrix-Gla-Protein hält es aus den Arterienwänden heraus. Beide wirken erst, wenn Vitamin K sie carboxyliert hat.[1]
Vitamin K2 arbeitet eng mit Vitamin D3 und Calcium zusammen. D3 erhöht die Calciumaufnahme im Darm, K2 lenkt dieses Calcium dann in den Knochen statt in weiches Gewebe.[1] Auf dieser Seite erfährst du den Unterschied zwischen K1 und K2, welche Form in Nahrungsergänzungsmitteln zum Einsatz kommt und was die aktuelle Forschung für Frauen zeigt.
Vitamin-K-Formen
Vitamin K ist keine einzelne Verbindung, sondern eine Familie verwandter Moleküle mit unterschiedlichen Quellen und unterschiedlichem Verhalten im Körper.[1]
Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt in grünem Blattgemüse wie Grünkohl, Spinat, Brokkoli und Rosenkohl vor und ist in den meisten westlichen Ernährungsweisen die dominierende Nahrungsform. Die Leber nutzt K1 vor allem dazu, Gerinnungsfaktoren zu carboxylieren.[1]
Vitamin K2 (Menachinone) ist eine Gruppe von Formen mit der Bezeichnung MK-4 bis MK-13. Sie entstehen durch bakterielle Fermentation und erreichen Gewebe außerhalb der Leber zuverlässiger als K1. Knochen und Arterien sind die Hauptorte, an denen das einen Unterschied macht.[1]
MK-4 hat eine kurze Halbwertszeit von ein bis zwei Stunden, MK-7 dagegen von rund drei Tagen. Dieses längere Zeitfenster bedeutet, dass eine einzige Tagesdosis MK-7 die Blutwerte für aktives Vitamin K2 über die vollen 24 Stunden hält. MK-7 ist die am besten untersuchte Supplement-Form und wird in der nōuxx Cycle Routine verwendet.[1]
Nahrungsquellen für K2 sind dünn gesät. Mit großem Abstand am dichtesten ist Natto (fermentierte Sojabohnen). Hartkäse, Eigelb und Tierleber tragen kleinere Mengen bei. Wer kein Natto isst, bekommt aus der Nahrung kaum nennenswertes K2.[1]
Wie viel du brauchst
Die European Food Safety Authority empfiehlt erwachsenen Frauen 70 µg Vitamin K pro Tag. Diese Zahl basiert auf der Blutgerinnung. Forschende, die Knochen- und Herz-Kreislauf-Endpunkte untersuchen, gehen für diese Endpunkte von einer höheren optimalen Zufuhr aus.[1]
Jede Phase der nōuxx Cycle Routine liefert 70 µg Vitamin K2 als MK-7 – das deckt 93 % des täglichen Referenzwerts. Die Dosis ist mit Vitamin D3 und Calcium kombiniert, sodass die drei Nährstoffe gemeinsam aufgenommen werden.
Die Wissenschaft zur Frauengesundheit
Knochengesundheit
Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus 2022 mit 16 randomisierten kontrollierten Studien an 6.425 postmenopausalen Frauen zeigte, dass eine Vitamin-K2-Supplementierung die Knochenmineraldichte der Lendenwirbelsäule signifikant verbesserte. Nach Ausschluss einer heterogenen Studie war auch die gepoolte Frakturrate in der Vitamin-K2-Gruppe signifikant niedriger. K2 senkte zudem das untercarboxylierte Osteocalcin – den Marker für unzureichend carboxyliertes Knochenprotein.[3]
Eine separate Metaanalyse aus 2022 von neun Langzeit-RCTs an 6.853 postmenopausalen Frauen bestätigte signifikante Zugewinne bei der Knochenmineraldichte von Lendenwirbelsäule und Unterarm unter Vitamin K2. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten nicht auf.[4] Eine Metaanalyse aus 2020 betrachtete gezielt die Kombination von K mit Vitamin D: Sie hob die gesamte Knochenmineraldichte signifikant gegenüber Placebo an, und K2 schnitt in der Subgruppenanalyse besser ab als K1.[5]
Arterielle Verkalkung
Matrix-Gla-Protein ist der wichtigste Hemmer der Calciumeinlagerung in den Arterien. Es wirkt nur in seiner carboxylierten Form, und dafür braucht es Vitamin K2.[1] So weit ist die Biologie eindeutig. Das klinische Bild ist gemischter.
Die AVADEC-Studie aus 2022 randomisierte 365 ältere Erwachsene mit nachgewiesener Aortenklappenverkalkung auf 720 µg MK-7 plus 25 µg Vitamin D3 oder Placebo über zwei Jahre. Die Behandlung senkte das dephosphorylierte, untercarboxylierte Matrix-Gla-Protein signifikant – sie verlangsamte das Fortschreiten der Aortenklappen- oder Koronararterien-Verkalkung in dieser bereits fortgeschritten erkrankten Gruppe aber nicht.[6] Eine Übersichtsarbeit aus 2024 kam zu dem Schluss, dass die Tierdaten zur Bremswirkung von K2 auf die Verkalkung konsistent sind, belastbare Outcome-Daten beim Menschen aber weiterhin fehlen.[7] Die meisten laufenden Studien testen frühe Prävention statt späte Umkehrung.
Eine wichtige Vorsicht: Wer Warfarin oder andere Vitamin-K-Antagonisten zur Blutverdünnung einnimmt, sollte Vitamin K2 nicht ohne Rücksprache mit der verschreibenden Ärztin oder dem Arzt ergänzen. K2 greift direkt in die Wirkung von Warfarin ein und kann den INR verschieben.[7] Direkte orale Antikoagulantien wie Apixaban und Rivaroxaban haben diese Wechselwirkung nicht.
Von der EU zugelassene Health Claims
Nach EU-Recht ist Vitamin K offiziell für die folgenden Health Claims zugelassen:
- Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei
- Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei[2]
Referenzen
[1] National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Vitamin K: Fact Sheet for Health Professionals. ods.od.nih.gov/factsheets/VitaminK-HealthProfessional
[2] Commission Regulation (EU) No 432/2012 establishing a list of permitted health claims made on foods. Official Journal of the European Union, 25 May 2012. eur-lex.europa.eu
[3] Ma ML, Ma ZJ, He YL, et al. Efficacy of vitamin K2 in the prevention and treatment of postmenopausal osteoporosis: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Frontiers in Public Health 2022;10:979649. doi.org/10.3389/fpubh.2022.979649
[4] Zhou M, Han S, Zhang W, Wu D. Efficacy and safety of vitamin K2 for postmenopausal women with osteoporosis at a long-term follow-up: meta-analysis and systematic review. Journal of Bone and Mineral Metabolism 2022;40(5):763-772. doi.org/10.1007/s00774-022-01342-6
[5] Kuang X, Liu C, Guo X, Li K, Deng Q, Li D. The combination effect of vitamin K and vitamin D on human bone quality: a meta-analysis of randomized controlled trials. Food & Function 2020;11(4):3280-3297. doi.org/10.1039/c9fo03063h
[6] Diederichsen ACP, Lindholt JS, Möller S, et al. Vitamin K2 and D in patients with aortic valve calcification: a randomized double-blinded clinical trial. Circulation 2022;145(18):1387-1397. doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.121.057008
[7] Zhang AJ, Ballantyne CM, Birnbaum Y. Should we recommend vitamin K2 supplement to prevent coronary artery calcification for patients receiving statins and/or warfarin? Cardiovascular Drugs and Therapy 2024;39(6):1585-1588. doi.org/10.1007/s10557-024-07661-2
